Baustellen
in Bielefeld

Die Stadtwerke verlegen 110-kV-Kabel unter der Innenstadt

Die Stadtwerke Bielefeld verlegen im Auftrag der Bielefelder Netz GmbH ein neues 110-kV-Kabel zwischen dem Umspannwerk Sparrenberg und dem Umspannwerk Zwinger. Der Start der Baumaßnahme ist für Mittwoch, 22. Juli, geplant. Dabei kommt es nur zu geringen Beeinträchtigungen im Verkehr.

Die neue Verbindung ersetzt ein bestehendes Hochspannungs-Kabelsystem aus dem Jahr 1982 in annähernd gleicher Trasse und wird für die Anforderungen der kommenden Jahre verstärkt. Trotz der Lage unterhalb der Innenstadt und in einem Umfeld mit hoher Verkehrs- und Anliegerdichte bleibt die verkehrliche Auswirkung infolge des Großprojekts überschaubar – möglich wird das vor allem durch das Spülbohrverfahren. 

Die Anforderungen an das Stromnetz steigen, etwa durch neue und zunehmende Verbrauchsschwerpunkte wie Wärmepumpen oder Elektromobilität. Deshalb wird das vorhandene 110-kV-Kabelsystem durch eine moderne Kabeltechnologie ersetzt und die Leistungsfähigkeit erhöht. „Das 110-kV-Netz ist das Rückgrat der Bielefelder Stromversorgung. Mit dem Ersatzneubau stärken wir die zentrale Verbindung im innerstädtischen Netz und schaffen eine robuste Basis für die weiteren Anforderungen der Energiewende“, sagt Dr. Nils Neusel-Lange, Geschäftsführer der Bielefelder Netz GmbH. 

Kaum Beeinträchtigungen im Innenstadtbereich 

Die Trasse für die 110-kV-Kabelverbindung wird grabenlos im steuerbaren Horizontalspülbohrverfahren umgesetzt. Offene Baugruben werden nur an Start- und Zielpunkten der Bohrung sowie an der Muffengrube im Kunsthallen-Park benötigt. In einer solchen Muffengrube werden die beiden Teilstücke des Kabels später miteinander verbunden. Nach der Spülbohrung wird zunächst das Leerrohr-System in die Trasse eingebracht. Der finale Kabeleinzug ist für das Frühjahr 2028 geplant.  

Die Verlegung erfolgt abschnittsweise entlang der Trasse zwischen den Umspannwerken Sparrenberg und Zwinger. Vorgesehen sind mehrere Spülbohrungen mit einer Gesamtlänge von rund 925 Metern. Die Strecke verläuft vom Umspannwerk Sparrenberg in den Park oberhalb der Kreuzstraße. Von dort werden die Kreuzstraße sowie die Lutter bis in den Kunsthallenpark unterquert, wo zwei Bohrgruben entstehen. Erste Vorarbeiten für diese Gruben im Park der Kunsthalle beginnen ab der 30. Kalenderwoche. 

Vom Kunsthallenpark geht es per Spülbohrung bis zur Ecke Oberntorwall/Klosterstraße, weiter bis zur Ecke Stapenhorststraße/Am Zwinger und schließlich von dieser Grube aus bis zum Umspannwerk Zwinger. Zeitgleich zur Spülbohrung führt ein Fachunternehmen die von der Stadt vorgegebene Kampfmittelsonderung im Trassenverlauf durch. 

Schaltanlage wird ersetzt 

Parallel zu den Arbeiten an der neuen Trasse wird im Umspannwerk Sparrenberg eine 110-kV- Anlagenkomponente durch eine neue Innenraum-Schaltanlage ersetzt und an das neue Kabelsystem angebunden. 

Auch in den besonders verkehrsstarken Bereichen bleiben die Einschränkungen punktuell und zeitlich begrenzt. Während der Bohrarbeiten wird die Rechtsabbiegespur vom Oberntorwall in die Klosterstraße zwischenzeitlich gesperrt. An der Kreuzung Stapenhorststraße/Am Zwinger wird ein Teil der Rechtsabbiegespur auf den Ostwestfalendamm im vorderen Bereich gesperrt, sobald die Arbeiten dort angelangt sind.  Nach dem gesperrten Bereich ist weiterhin ein Einfädeln des Verkehrs möglich, um rechts auf den Ostwestfalendamm abzubiegen. Die Straße Am Zwinger wird in dieser Zeit ausschließlich von der Elsa-Brändström-Straße aus erreichbar sein. 

Die Start- und Zielgruben der Bohrung, die im Straßenbereich liegen, beeinträchtigen allerdings jeweils nur wenige Wochen. Sobald das Leerohrsystem verbunden ist, werden diese Gruben geschlossen und die Oberfläche wieder hergestellt.  

Insgesamt zeigt die Maßnahme, dass ein Projekt dieser Größenordnung selbst im hochfrequentierten und dicht besiedelten Innenstadt-Bereich ohne großflächige Beeinträchtigungen umgesetzt werden kann. „Gerade im Zentrum ist es wichtig, dass die Stadt in Bewegung bleibt. Das Spülbohrverfahren ermöglicht, das Kabel im Untergrund zu verlegen – mit überschaubaren Eingriffen an der Oberfläche und ohne großräumige Sperrungen sowie starke Beeinträchtigungen für den Verkehr“, betont Nils Neusel-Lange.

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